Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Hier kannst Du Fragen zu Hilfsmitteln stellen und Dich mit anderen über Eure Hilfsmittel austauschen
Antworten
Snugbug
Beiträge: 40
Registriert: Freitag 28. September 2018, 18:55
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 6 Mal

Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Snugbug » Montag 6. Mai 2019, 23:08

Sorry, wenn ich den falschen Foren-Bereich gewählt habe, ich habe keine Ahnung, wo diese Frage rein passt.

Zum Thema:
Ich habe einen Rotkreuz-Hausnotruf (mit Sprachverbindungen zur Zentrale über LAN oder Mobilnetz, je nachdem, welche Verbindung gerade besser erreichbar ist), dessen monatliche Kosten (ca. 50€) bisher von meiner Schwester gezahlt wurden.
Nun soll eine andere Finanzierung gefunden werden.

Welche Möglichkeiten gibt es?
Kann man irgendwie einen vorliegenden Pflegegrad 3 geltend machen (bin da aber unsicher, ob dann noch genug für den Pflegedienst übrig bleibt)?

Gibt es evtl. Kostenträger? Evtl. Rentenversicherung (EU-Rente) oder Kraka, Stadtverwaltung,... oder wer auch immer?

Benutzeravatar
limoncello
Beiträge: 1616
Registriert: Samstag 28. April 2018, 20:30
Hat sich bedankt: 128 Mal
Danksagung erhalten: 206 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von limoncello » Dienstag 7. Mai 2019, 06:07

Wenn folgendes zutrifft:

- Der Pflegebedürftige ist gänzlich oder über weite Teile des Tages allein. Oder er lebt mit jemandem zusammen, der in Notsituationen nicht in der Lage ist, Hilfe zu rufen.
- Es wurde bereits ein Pflegegrad festgestellt.
- Es ist zu erwarten, dass er aufgrund seines Krankheits- oder Pflegezustands in einer Notsituation wie einem Sturz mit einem handelsüblichen Telefon keine Hilfe holen kann.

Kann man bis zu 23 euro mtl als pauschale bzw zuschuss von der pflegekasse erhalten, soweit ich weiss
Hoffnung ist das Ziel, das wir suchen. Liebe ist der Weg, der uns zum Ziel führt. Mut ist der Motor, der uns antreibt. Wir reisen aus der Dunkelheit ins Vertrauen. (Dean Koontz)

Benutzeravatar
Norbert
Beiträge: 85
Registriert: Montag 28. Mai 2018, 07:36
Wohnort: Essen in NRW
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 23 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Norbert » Dienstag 7. Mai 2019, 07:45

Hallo Snugbug

Wenn Du einen Pflegegrad hast werden ein Teil der Kosten für den Hausnotruf von der Pflegekasse übernommen

LG Norbert
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Norbert für den Beitrag:
Gesa
ICP mit Hemiparese links, Fußgänger mit Fischerstock oder UAG

Benutzeravatar
Sania
Beiträge: 935
Registriert: Samstag 28. April 2018, 20:58
Stimmung:
Hat sich bedankt: 155 Mal
Danksagung erhalten: 121 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Sania » Dienstag 7. Mai 2019, 10:59

Meine Info ist, dass der Hausnotruf bei PG 3 von der Pflegekasse übernommen wird. Kann natürlich sein, dass sie nur einen Pauschbetrag zahlen.
Liebe Grüße
Sania

Niemals aufgeben.

Sinale
Beiträge: 286
Registriert: Sonntag 29. April 2018, 20:29
Hat sich bedankt: 83 Mal
Danksagung erhalten: 63 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Sinale » Dienstag 7. Mai 2019, 13:30

Hallo Zusammen,

der Hausnotruf wird in jedem Pflegegrad nach Antrag bei der Pflegekasse mit derzeit 23,-- € pro Monat unterstützt. Voraussetzung ist hier alleiniges Wohnen, oder eine mitwohnende Person kann im Notfall nicht helfen und dass die pflegebedürftige Person die überwiegende Zeit des Tages alleine ist.

Werden beim Hausnotruf Zusatzleistungen - z. B. Schlüsselhinterlegung beim Anbieter - gebucht, ist der Hausnotruf teurer. Diese Differenz kann bei geringem Einkommen nach Antrag vom Sozialhilfeträger übernommen werden. Hier muss jedoch genau begründet werden, weshalb z. B. Nachbarn, denen zuvor ein Wohnungsschlüssel ausgehändigt wurde, nicht zur Hilfe eilen können.

Siehe Folgend:

https://www.betanet.de/hausnotrufsysteme.html
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sinale für den Beitrag:
Sania
Viele Grüße
Sinale

Leni Hupfer
Beiträge: 83
Registriert: Sonntag 29. April 2018, 17:29
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 14 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Leni Hupfer » Dienstag 7. Mai 2019, 13:39

Hallo Snugbug,

limoncello hat es bereits geschrieben.

Meine Mutter hat den Pflegegrad 2. Die Notwendigkeit eines Hausnotrufsystems wurde vom MDK bei der Begutachtung festgestellt. Ihre Pflegekasse bezuschusst den Basistarif mit monatlich 23,- € inkl. einmaliger Anschlussgebühr. Dieser Zuschuss deckt natürlich nicht die Kosten. Der monatliche Basistarif entspricht bei ihrem Anbieter dem Zuschuss der Pflegekasse. Die einmalige Anschlussgebühr hat sie somit selbst bezahlt. Die Kosten für die Schlüsselhinterlegung für den Notfall, anders macht so ein Hausnotrufsystem m. E. keinen Sinn, gehen monatlich ebenfalls zu ihren Lasten.
Sonnige Grüße und einen guten Tag

VG, LG, GLG, LOL, ... sind keine Merkzeichen

Snugbug
Beiträge: 40
Registriert: Freitag 28. September 2018, 18:55
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Snugbug » Dienstag 14. Mai 2019, 11:46

Noch eine Frage zu den 23 €.
Wenn ich die bekomme, ist das dann eine zusätzliche Leistung der Pflegeversicherung,
oder hat dann mein Pflegedienst entsprechend weniger zur Verfügung?

Leni Hupfer
Beiträge: 83
Registriert: Sonntag 29. April 2018, 17:29
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 14 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Leni Hupfer » Dienstag 14. Mai 2019, 13:03

Hallo Snugbug,

es ist eine zusätzliche Leistung und hat keinen Einfluss auf das Pflegeld.
Sonnige Grüße und einen guten Tag

VG, LG, GLG, LOL, ... sind keine Merkzeichen

Snugbug
Beiträge: 40
Registriert: Freitag 28. September 2018, 18:55
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Snugbug » Dienstag 14. Mai 2019, 13:38

Vielen Dank! :top:

Snugbug
Beiträge: 40
Registriert: Freitag 28. September 2018, 18:55
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Snugbug » Donnerstag 16. Mai 2019, 18:36

Ich bekam gerade ein Schreiben vom Roten Kreuz, wonach ab 1.6.2019 ein Hintergrunddienst eingerichtet wird.
Dieser kostet mich pro Anfahrt 5.95€ und pro 15 Minuten Anwesenheit der Helfer weitere 10€, sofern kein medizinischer Grund vorliegt.

Als Beispiel wurde auf telefonische Nachfrage ein Sturz in der Wohnung genannt.

Wenn ich aber als Rollstuhlfahrer z.B. beim Umsetzen zwischen Rollstuhl und Toilette abrutsche und auf dem Boden lande, komme ich nicht mehr alleine wieder hoch und brauche Hilfe.
Und dafür soll ich nun 16€ zahlen?

Geht's noch? :evil: :wand:

Genau für solche Fälle ist der Notruf ja eingerichtet worden.
Und nun wird der umgestellt, sodass die Pflegeversicherung die 23 € zahlt und ich nur noch die Differenz zu den 39,50€.

Jetzt soll ich plötzlich (mindestens!) 16 € pro Einsatz zahlen, wobei ich nicht mal sicher sein kann, ob der jeweilige Einsatz als medizinisch notwendig eingestuft wird oder nicht?
Dann wird der ganze Notruf sinnlos und ich kann den gleich ganz abbestellen.

Sinale
Beiträge: 286
Registriert: Sonntag 29. April 2018, 20:29
Hat sich bedankt: 83 Mal
Danksagung erhalten: 63 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Sinale » Donnerstag 16. Mai 2019, 18:55

Hallo Snugbug,

gibt es für dein Einzugsgebiet lediglich diesen Anbieter? Evtl. hast du die Möglichkeit, dich diesbezüglich zu erkundigen, zumal du gerade den Kostenzuschuss bei der GKV beantragen möchtest, was einen Wechsel aus diesem Grunde unkomplizierter machen würde.

Für mein Einzugsgebiet gäbe es 4, wobei zwei davon auch mit Extrakosten bei Erscheinen arbeiten.
Viele Grüße
Sinale

Snugbug
Beiträge: 40
Registriert: Freitag 28. September 2018, 18:55
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Snugbug » Donnerstag 16. Mai 2019, 19:05

Es gibt noch andere Notrufanbieter, von denen ich aber hinsichtlich deren Serviceleistungen viel Schlechteres hörte.
Insofern bezweifle ich, dass ein Anbieterwechsel etwas bringen würde.

Snugbug
Beiträge: 40
Registriert: Freitag 28. September 2018, 18:55
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 6 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Snugbug » Sonntag 19. Mai 2019, 10:05

Problem gelöst!
Die zuständige Rotes-Kreuz-Mitarbeiterin erklärte mir, dass dieser Hintergrunddienst nur für solche Leute eingerichtet wurde,
die wegen jedem Blödsinn Hilfe herbei rufen, was in letzter Zeit offenbar überhand nahm.

In meinem Fall würde in jedem Fall ein Krankenwagen kommen, was kostenmäßig durchaus abgedeckt sei.
Und den Notruf sinnlos auslösen, tue ich eh nicht.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Snugbug für den Beitrag (Insgesamt 3):
ulikSaniaSinale

Sinale
Beiträge: 286
Registriert: Sonntag 29. April 2018, 20:29
Hat sich bedankt: 83 Mal
Danksagung erhalten: 63 Mal

Re: Hausnotruf - Möglichkeiten der Kostenübernahme?

Beitrag von Sinale » Sonntag 19. Mai 2019, 16:34

Snugbug hat geschrieben:
Sonntag 19. Mai 2019, 10:05
In meinem Fall würde in jedem Fall ein Krankenwagen kommen, was kostenmäßig durchaus abgedeckt sei.
Hallo,

natürlich freue ich mich sehr für dich, dass dein Problem gelöst ist!

Allerdings finde ich es ein Unding, dass dir immer ein Krankenwagen geschickt wird, denn es kann z. b. sein, dass du versehentlich das Bett herunter gerutscht bist und nun nicht mehr alleine hoch kommst, dich jedoch nicht verletzt hast. In diesem Falle brauchst du Jemanden vom Hausnotrufdienst, der dir hilft. Ein Krankenwagen ist für den medizinischen Notfall gedacht und nicht dafür verfügbar, wenn er in solch einem Falle gerufen wird und kostet die Krankenkasse zudem eine Unsumme an Geld. Diese Ausgabe steht dann nicht in Relation zum Ereignis. So sehen es auch Rettungsdienste.

Die Hausnotrufdienste verdienen an Jenen sehr viel, die sich nur in einer echten Notlage melden, dass sie dann auch ggf. ohne Krankenwagen vor Ort helfen können, gerade dann wenn dies der Vertrag durch Schlüsselhinterlegung auch vorsieht, weil Nachbarn nicht zu Verfügung stehen.
Viele Grüße
Sinale

Antworten