Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Du suchst eine Assistenz, was muss beachtet werden, welche Unterstützung gibt es
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Spastikerelias
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Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von Spastikerelias » Samstag 16. Juni 2018, 13:53

Hallo Zusammen,

ich möchte nicht so viel Öffentlich schreiben. Nur folgendes: Ich bekam vor mittlerweile 4 Jahren eine Sachbearbeiterin durch die alles schief ging und ich konnte das zum damaligen Zeitpunkt nicht aufhalten. Diese Dame hat sich nur für den damals noch aktuellen Umzug interessiert, dass mir auch damals schon viele Hlfsmittel (Zweitrolli, Stehstuhl, Bett uvm. fehlten hat die Dame einfach ignoriert, ebenso wie die Tatsache dass ich Dinge wie einen Entzug, den Tod von Angehörigen usw. (vieles Weitere ist aus einem bestimmten Thread bekannt weshalb ich nicht weiter drauf eingehen möchte. Sie zwang mir Dinge auf die ich nie wollte, ich sollte trotz vieler fehlender Hilfsmittel umziehen. Vor allem aber lies sie Themen außer Acht wie Hilfe bei der Bewältigung des Papierkrams usw. (Die erste Zeit bekam ich das) was ich ebenso dringend brauchte denn damals liefen ja noch viele Dinge mit der KK, privat uvm. ohne Unterstützung wäre das nix geworden. Man hatte entsprechende Berichte usw.

Die round about 2 Jahre mit dieser Dame waren furchtbar. Sie stellte mich sogar als Lügner hin (von meinem Recht aus vollständige Änderung meines Vornamens und damit das Anlegen einer neuen Mappe durfte ich nie Gebrauch machen, stets trug man die Mappe herum auf der man den alten Namen nur durchstrich und den Neuen obendrüber stand, beide deutlich lesbar. Heißt jeder wusste eigentlich genau (die Akte wurde zur Kostenübernahmeeines Internatbesuchs 2004 bereits angelegt). Ich empfinde das als Diskriminierend und im Rahmen des TSG ist es das auch. So sind noch viel mehr Dinge vorgefallen sodass sich das Ganze soweit hochschaukelte dass man mir für Freizeit, Begleitung im Alltag usw. alles Strich. Es drehte sich nur noch um den Umzug.

Was ich dazu zu sagen hatte interessierte niemand, mir wurde stets nur angedroht ich müsse eine Betreuung beantragen uvm. Es verlief sich dann durch viele verschiedene Punkte alles so dermaßen dass man mir zum 01.03. alles Strich. Mir geht es nur "zweitrangig" um die 200 Euro Wohngeldzuschuss (man hatte mir nicht mal die Chanche gelassen die Wohnung zu kündigen. Nix. Es geht mir um die Assistenz für Privat usw. wir tappen komplett im Dunkeln, können gar nichts tun.

Einzige Lösung wäre per Anwalt vor Gericht ziehen, wie ich an anderer Stelle bereits schrieb wurden auf beiden Seiten Fehler gemacht, gesehen werden die ausschließlich bei mir. Wir werden diesen Weg gehen müssen denn meine Mutter hat schon genug mit der Pflege zu tun. Der Rest bleibt da komplett liegen.

Ich werde also einen Anwalt einschalten. Hat jemand bereits mit Anwalt gegen die entsprechende Stelle gehandelt? Wie lief das ab, bekamt ihr dann neue Zuständige MA? Ich weiß dass es so nicht bleiben kann auch wenn ich mich zugegebenermaßen ohne Assistenz wohlfühle aber es geht eben nicht. Ich habe allerdings Angst dass dies wieder ein Jahre langer Rechtsstreit wird und man mich danach noch Abfälliger behandelt. Hat jemand speziell mit Behandlung nach Richterlichen Vorgängen bereits Erfahrung?

Danke und bitte keine Diskussion darüber warum, wieso, weshalb, es wird ja nicht einmal eingesehen dass auf beiden Seiten Fehler passiert sind. (Von meiner Seite aus auf jeden Fall).

LG

Benjamin
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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von Benjamin » Samstag 16. Juni 2018, 14:15

Huhu,

ich war schon ein paar Mal mit meinem zuständigen Sozialhilfeträger vor Gericht, zu ner Verhandlung kam es leider nie, da die Stadt immer spätestens nachgegeben hat, spätestens sobald ein Verhandlungstermin festgesetzt wurde, bot mit die Stadt nen Vergleich an oder hat die Klage komplett zurückgezogen und meinen Antrag voll anerkannt.
Die Sachbearbeitung wechselt leider trotzdem nicht (ich komm mit meiner normalen Sachbearbeitung auch nicht klar), aber meine Akte liegt beim Teamleiter und beim Abteilungsleiter bin ich auch inzwischen persönlich bekannt, von daher hat der auch schon Termine nur mit der Sachbearbeitung vermieden :mrgreen:
Ob und wie die Stadt bei ner Klage anders reagieren würde, kann dir keiner vorhersagen. Bei mir waren die Klagen von der Stadt sogar indirekt gewünscht worden "ja das müsste man gerichtlich klären lassen, damit wir wissen ob wir wirklich zahlen müssen, sonst bekommen wir Stress vom Landesrechnungshof".
Ob man das Recht auf eine komplett neue Akte hat, wage ich zu bezweifeln, da die neuen Vorgänge teilweise ja auch im Rückblick auf bisher gelaufene Dinge bearbeitet werden müssen. Da du den Namen nicht wegen Opferschutzgründen oder weil du bei ner Behörde mit höherer privater Gefährdungslage (BND, MAD, Bundeswehr, LKA, BKA etc.) gearbeitet hast, gewechselt hast wird auch keine Aktensperrung zulässig sein. Ebenso warst du nicht bei der zuständigen Behörde beschäftigt, welches auch entsprechend eine Sperre der Akte und nur Einsicht durch sehr wenige höhere Mitarbeiter nach sich zieht.
Wie die Gerichte "drauf" sind, kommt sehr stark auf den Kammervorsitzenden Richter an. Da gibts super nette und aufgeschlossene und totale "Kotzbrocken". Ebenso stellt sich dann der Umgang vor Gericht dar.
Für den "Papierkram" sehe ich es aber als solches wie die Behörde auch, dass man sich dafür dann nen gesetzlichen Betreuer besorgen müsste, wenn man den nicht alleine hinbekommt. Assistenz ist ja nur dafür da einem die Papiere hinzulegen oder ggf. vor zu lesen, Kopien zu machen etc. und eben nicht um sich eigenverantwortlich um die Korrespondenz zu kümmern. Betreuung ist ja keine Entmündigung, sondern man kann auch für einzelne klar abgegrenzte Gebiete nen Betreuer bestellen lassen.

Viele Grüße
Benjamin
Benjamin - 30 Jahre alt - kongenitale Myopathie mit einigen Baustellen ;-)

ulik
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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von ulik » Samstag 16. Juni 2018, 22:34

Es ist nun mal so, das man bei der Eingliederungshilfe bzw. Assistenz ziele angeben muss, je nach Behinderung und Fähigkeiten. Ich gehe derzeit davon aus das, das Amt die "Ernsthaftigkeit" deiner Ziele in Frage stellt.

Da läuft es wie in Reha, macht man Fortschritte aber braucht noch Zeit, dann wird verlängert. Alle die Assitenz bekommen die ich kenne wohnen alleine. Da ist es auch wieder etwas anders. Ich hab die Empfehlung auf Lebenszeit, muss also nicht mehr zum Amtsarzt und werde per Akte verlängert.

Wieso kann man bei laufenden Hilfsmittelverfahren nicht ausziehen? Du wirst da immer Sachen am Laufen haben.
Das sind Erfahrungswerte, irgendwas ist immer- auch bei mir- nur in einem anderen Maßstab . Ich denke genau so denkt der Sachbearbeiter und lehnt dann ab.

Dem Amt ist das 10.x egal ob da von deren Seite was schief lief bzw. Fehler von denen gab. Du möchtest was von denen und nicht andersrum.

ulik
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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von ulik » Samstag 16. Juni 2018, 22:44

Klagen würd ich nur wenn ich sicher wäre handfesten Anspruch zu haben.
Es gibt nun mal klare Regeln: Bel allem! Sei.es Pflege,.Hilfsmittel oder Assistenz.

Dann brauchste auch keine Angst vor nem längeren Vetfahren zu haben.🙄

Spastikerelias
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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von Spastikerelias » Sonntag 17. Juni 2018, 04:07

Benjamin hat geschrieben:
Samstag 16. Juni 2018, 14:15
Hi.

Trotzdem halte ich es dem TSG entsprechend nicht für in Ordnung denn von 01/2008 - 8/2012 hatte die Stadt mit mir nichts zu tun und es ging nur um Schule, die früheren Unterlagen werden nicht gebraucht weil sie mit allem aktuellen nicht mal auch nur im Entferntesten was zu tun da ich damals nix davon wusste weder von dem was in mir Schlummerte noch Assistent o.ä. Zumindest den Ordner in dem die Akte drin ist hätten sie vollständig erneuern können. Wäre ich äußert pingelig könnte ich auf Persönlichkeitsrechte gehen
Assistenz ist ja nur dafür da einem die Papiere hinzulegen oder ggf. vor zu lesen, Kopien zu machen etc.


Um was Anderes geht´s auch nicht, maximal noch Fristerinnerung, allgemein Erinnerung dass dies oder jenes ansteht oder mitschreiben bei Telefonaten.

LG

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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von Spastikerelias » Sonntag 17. Juni 2018, 04:16

Uli,

es ging u.a. um Hilfsmittel die für den Umzug nötig waren. Nicht um Dinge die ich so oder so brauche das lief sich nur anhand der Dauer irgendwann zusammen.

LG

Danke für eure Antworten, dann werde ich mal einen Beratungsgesprächstermin machen.

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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von ulik » Sonntag 17. Juni 2018, 08:02

wenn du nur hilfe brauchst bei papierkram wie du oben selbst schreibst, dann ist ambulant!!! betreutes wohnen über einen Verein die bessere wahl.

Aber auch dazu sollte man "ausgezogen" sein oder zumindest fest das ziel haben und durchziehen.

p.s. jedes handy und jeder PC erinnert einen heute bei bedarf an alles. ganz oldscool sogar ein Buchkalender.

Amtsgespräche am PC mit Telefonlautsprecher "an" und Mitschreiben ist kein problem.

das die post schwierig zu verstehen ist, bin ich voll bei dir. aber wiegesagt dann abW statt assistenz.

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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von Spastikerelias » Samstag 23. Juni 2018, 14:14

Ich kann mich aber nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren. Aber sei´s wie´s sei. Wenn´s ne passende Wohnform geben würde wäre ich schon 100x aus dieser Folterkammer raus. Ich werd die Anwältin einschalten müssen. Es kann nicht angehen dass ich entweder im Pflegeheim oder auf der Straße Ende nur weil man der Meinung sei ich könne alles allein bzw. ich habe ja Familie die mir helfen könne, bestätigte Diagnosen werden als unwahr und Lügereieien hingestellt uvm. Das Mannheim nen Sprung hat und über einen hinweg Sachen entscheidet ist nix Neues nur weil ich nicht in deren gewünschte Schubladen passe.

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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von Heitzi » Montag 25. Juni 2018, 07:03

Guten Morgen,

auch wenn du gegen die Stadt klagst wirst du da durch erst nach dem evtl. Gewinn Hilfsmittel etc. bekommen können ich Klage aktuell auch wegen einer Sache mein Sachbearbeiter hat auch gewechselt, aber nicht wegen mir. Obwohl der Sachbearbeiter die Dinge anders sieht wird momentan der Weg beibehalten die ganze Sache läuft seit 13/14 und ist 17/18 vors Gericht. Kann noch dauern. Aber versuchen kann man es, vielleicht kommt es auch nicht zu einer Klage. Das entscheidest du und der Anwalt.

Wenn ein Betreuer hinzukommen würde, sehen leider teilweise die Chancen auf etwas in Deutschland besser aus, solltest du damit nicht zurecht kommen kommt jemand anderes. Wie Benjamin schreibt entscheidest du bei einem Gespräch mit was der Betreuer tun soll und was nicht. Nur das die Assistenz sich wahrscheinlich weniger auskennt als ein ges. Betreuer.

LG

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Re: Jemand schon mal gegen die Stadt geklagt?

Beitrag von Spastikerelias » Montag 2. Juli 2018, 14:01

Hallo,

also das so oft angepriesene SeBeKo ist auch nicht das wofür es verkauft wird. Die haben sich im Schnelldurchlauf 2,3 Stichpunkte der Situation angehört, dann nur gesagt sie könnten mir nicht helfen, ich solle mich an einen Assistenzdienstleister wenden. Bringt mir rein gar nix da ich keinen hab, wie es jetzt weiter gehen soll steht in den Sternen. Ich dachte die würden einem helfen und umfassend beraten. Fail.

Naja, bleibt wohl doch nur Pflegeheim.

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