Frustrationstoleranz

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februaryfriday
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Frustrationstoleranz

Beitrag von februaryfriday » Donnerstag 8. August 2019, 00:39

Hallo ihr Lieben,
ich kämpfe jetzt seit eineinhalb Jahren darum, dass irgendwer was gegen meine Schmerzen im linken (gesunden) Knie machen kann.
Nach Ganglabor und Schmerzmittelinjektion habe ich mich von der Neuroorthopädie in Stuttgart ziemlich schlecht versorgt gefühlt und bin momentan bei nem regionalen Orthopäden, der ein MRT verordnet hat, das heute stattfand - ohne auffälligen Befund. Was das konkret bedeutet ... nächste Woche habe ich nochmal ein Termin beim Ortho, mal schauen. Im Arztbrief von Stuttgart steht als Möglichkeit was von OP des rechten Knies, um das linke zu entlasten. Im November habe ich aber auch nochmal einen Termin in einer anderen neuroorthopädischen Ambulanz.
Lange Rede kurzer Sinn: Es geht sehr schleppend voran. "Nebenbei" versuche ich meine Psyche in den Griff zu bekommen, auch hier nur mit mäßigem Erfolg und langen Wartezeiten.

Wie geht ihr mit Rückschlägen, Frust, der Warterei um? Irgendwie geht mir langsam die Kraft aus... (Sobald für das Knie ein "Plan" da ist - ich ein konkretes "kann man nichts machen" oder "kann man xyz machen" habe, will ich in Reha. Nur grade, in dieser "Warteschleife", halte ich das nicht für sinnvoll.)

Liebe Grüße,
februaryfriday
sie/ihr, 24 J., Hemiparese rechts, rezidivierende Depressionen, Verdacht auf PTBS

leuchtendeFinsternis
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Re: Frustrationstoleranz

Beitrag von leuchtendeFinsternis » Donnerstag 8. August 2019, 11:48

Redest du von Frust, oder von Verzweiflung? Weil Frust lässt sich relativ leicht "beseitigen" -> da reicht von Beschäftigsungstherapie/ Arbeiten / Verdrängen neben vielen anderen Sachen (siehe zB Viktor Frankel, eine der wenigen Ärzte der sich wirklich Psychologe nennen durfte m.E. der der das KZ überlebte). Oder aber wirklich Verzweiflung. Da kann man mit den ersten Tipps genau gar nichts anfangen. Dazwischen gibts Abstufungen.

Über Wenn es mir zB halbwegs gut geht (also Schmerzen erträglich, und der Rest) reicht mir am PC arbeiten mit Sachen die mir Spas machen, wenn es aber eine akute Notsituation ist, Schmerzintervalle ie man einfach nicht mehr erträgt, dann ist das wie mit einem Wassertopfen auf eine Kanone zu schießen. Dazwischen gibt es hunterte Abstufungen.

Körperlich scheint ja das Problem nicht so massiv, aber in die Psyche kann man nicht reinblicken, insb was Depression anbelangt. Da gibts auch gesund (körperlich) mit depressive Episoden und mit schwersten Depressionen. Du kansnt ja mal mit leichten Sachen anfangen, Sorge dich nicht Lebe - Dale Charnegie, da gibt es viele Tipps, Hobbys suchen (das sit eben auch so ein Tipp, das geht bis zu einem Punkt). usw. Ich kann jetzt auch nicht ausführlicher darauf eingehen, aber ev schreibst du ja genauer wie deine Situation ist. Ich denke aber öffentlich schrieben in diesen Forum weniger wirklich aufrichtig über ihre Situation.
Man möge mir meine etwas nervige Art nachsehen. ;) Wir haben alle tief in die ... gegriffen & sollten zusammen daran arbeiten da bestmöglich zurecht zu kommen. In diesem Sinn, Missverständnisse würde ich gerne klären. Böses Blut mag ich nicht. :beer:

ulik
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Re: Frustrationstoleranz

Beitrag von ulik » Donnerstag 8. August 2019, 12:22

Hi februaryfriday,

ich kenne das auch. Besonders "schlimm" ist es wieder dieses Jahr...

Du musst dir highlights setzen, welche du schaffen kannst. Das kann alles sein was dir gut tut.

Ein Film, gutes Essen, nette Leute, Witze.
Ich hab mir ein Poster gestaltet wo ich jeden Tag ein Kreuz setzen muss, mit allen Hürden und schönen Dingen bis es zur Reha geht.

Das nimmt mir par Ängste, und ich kann jeden "geschafften Tag" sehen und ich "muss aufstehen" um ihn abzustreichen. 😊

Therapien gestalten wir so angenehm wie möglich um das ich entspannt und bleibe, kraft tanken kann und mit schmerzen leben.

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Ida
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Re: Frustrationstoleranz

Beitrag von Ida » Sonntag 11. August 2019, 21:13

hey Ulig ich find Deine Strategie super, ja richtig super.

hallo februaryfriday , ich dachte immer die Montage sind die schlimmen. Dein Nickname gefällt mir. Ist für mich schon ein kleiner Grund zum Lächeln.

Mein Geheimnis, meine Kunst ist es zu verdrängen und jede, aber auch jede Gelegenheit für ein Lachen zu nutzen. Viele Pläne, viele Hobbys. Damit man auf eines zugreifen kann. Viele Tagträume in die man flüchten kann.

Denn die Schmerzen flüchten ja nicht. Nur, wenn nicht anders möglich Schmerzmittel. MIch über die Erfolge , die ich in kleinen Hobbys erziele freuen. Alles was nur geht genießen.

Hört sich für Dich jetzt vielleicht doof an. Aber Schmerzen in den " gesunden Teilen" sind bei mir täglich Brot , schon seit ??? Und Schmerztherapien laß ich. Ablenkung oder Ausruhen. Das muß für Dich nicht reichen , nur Du fragtest wie andere damit umgehen. ZZT hab ich ja eine kleine Illusion, die hilft mir für viel Kraft.

Ich wünsch Dir einen guten Weg mit und gegen die Schmerzen. In gesunden Teilen, wie Deinem Knie, ist es oft die lange Überlastung. ???

:D :)

ulik
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Re: Frustrationstoleranz

Beitrag von ulik » Sonntag 11. August 2019, 21:25

Huhu Ida,

deine Art der Krankheits, "Stressbewältigung" auch nicht schlecht. Kann man "Verdrängen"? Kopfkino is mamchmal so anstrengend....

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Re: Frustrationstoleranz

Beitrag von Ida » Sonntag 11. August 2019, 22:11

Hallo Ulig,

ja das kommt immer darauf an, was man kann, was man mag. Also für mich ist Kopfkino, die halbe Miete :)

Ich beschäftige mich ständig mit Zielen, Träumen oder mit den kleinen schönen Erlebnissen, die ich ganz groß auskoste. Für mich ist das dann nicht anstrengend. Dazu gehört natürlich viel Musik. Immer die, die grad passt. Früher bin ich dann auch spontan durch die Küche getanzt.

:boom: Von der Kehrseite, die automatisch dann und wann folgt, schreib ich jetzt nicht :(

februaryfriday
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Re: Frustrationstoleranz

Beitrag von februaryfriday » Samstag 17. August 2019, 14:43

Sorry für die verspätete Antwort - mein Urlaub ist rum und dementsprechend war die Woche voll mit Arbeit...

@LF Es geht um Frust, bei Verzweiflung ist es noch nicht. Langeweile habe ich aber absolut keine, also Beschäftigungstherapie etc bringt nix.

@Ulik Das mit den Highlights ist gut, dass werde ich versuchen umzusetzen, danke!

@Ida Ja, das mit dem Verdrängen mache ich auch schon lange meistens mit Serien oder Büchern... Klappt nur leider nicht immer. Bzw...geht mir oft der Stoff aus. Woran es liegt, weiß irgendwie keiner, überlastet ist das Knie auf jeden Fall, aber bis jetzt war jeglicher Befund unauffällig... Die Suche geht weiter...

Vielen Dank für eure Antworten!
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Re: Frustrationstoleranz

Beitrag von Buhmuckel » Mittwoch 4. September 2019, 12:28

Moin,
vielleicht funkt ja das Unterbewußtsein mit einer dissoziativen Störung
dazwischen. Kenne jemanden, der sonst immer im 'Stechschritt' durchs
Dorf lief. Konnte von jetzt auf gleich nur noch mit Rollator laufen. Dazu
kamen Zitteranfälle. Das ganze Spiel nennt sich 'dissoziative Gangstörung'
und 'dissoziative, nicht epileptische Anfälle'. Als 'multimorbider Patient'
gab es nach einigem Begutachtungs-Theater mit 'körperlichen' Ärzten, die
von der Psyche meist keinen Schimmer haben, die unbefristete EU-Rente.

Wünsche Dir, daß ich falsch liege. Körperliches läßt sich meist besser be-
handeln. Weil alle Symptome, wie schmerzhafte Mißempfiundungen auf
der Haut, ausgeprägte Gleichgewichtsstörung, Tagesmüdigkeit, stark an
MS erinnerte, ging es zur MS-Klinik. Komplette Diagnostik incl. MRT und
Liquor-Untersuchung. Alles unauffällig. Zum Schluß kam eine Psychiaterin,
die eine 'Konversionsstörung' diagnostizierte. Hatte es damals beschrie-
ben: https://www.directupload.net/file/d/547 ... 9a_jpg.htm

Ciao, Bu
~~Pflegegrade sind der Versuch, Elend in Worte zu fassen.~~

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