Versorgung mit Inkontinenzhilfen

Inkontinenz, Irrigation und Stoma
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Sinale
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Versorgung mit Inkontinenzhilfen

Beitrag von Sinale » Samstag 5. Mai 2018, 11:26

Hallo Zusammen,

nun ist es soweit, auch bei den ableitenden Hilfsmitteln hat die erste gesetzliche Krankenkasse, Namentlich genannt die DAK-Gesundheit einen Rahmenvertrag mit einem Hersteller von Kathetern abgeschlossen, welcher am 01.02.2015 in Kraft getreten ist. Die darin vereinbarten Preise liegen dabei etwa 30% unterhalb der Festbeträge. Es besteht nun die Gefahr dass dem Beispiel weitere GKV's folgen werden, wohin das führt, das ist sehr deutlich bei den aufsaugenden Hilfsmitteln zu sehen. Um den betroffenen Patienten schon frühzeitig eine Hilfestellung zu geben, sein gewohntes Produkt auch weiterhin zu bekommen, haben wir hier auf dieser Seite einige wichtige Informationen zusammen gestellt. Sowohl für ableitende als auch für aufsaugende Hilfsmittel.

Oft wird plötzlich eine wirtschaftliche Aufzahlung verlangt. Aber: Die GKV muss z.b auch bei Tena-Produkten ohne wirtschaftliche Aufzahlung des Patienten in Gänze zahlen, wenn es sich hier um eine individuelle bedarfsgerechte Versorgung handelt. Dies kann der Patient durch u. g. Verordnung erreichen und ggf. durch einen Nachweis, welche Produkte ohne Erfolg getestet wurden. (z. B. nicht verwendbar wegen Allergien, kein ausreichender Auslaufschutz usw.)

Folgendes muss auf einer Verordnung stehen:

Kennzeichnung als Hilfsmittelrezept
aut idem durchgestrichen!
Diagnose
Hersteller und Produktname
vollständige Hilfsmittelnummer
in Ausnahmefällen die PZN - Nummer (Pharmazentralnummer)
Stückanzahl und Verordnungszeitraum
Begründung

Aut Idem ist dabei wichtig durchzustreichen, da das nämlich "oder Ähnliches/wirkstoffgleich" heißt. Sprich selbst wenn man den Namen und die Hilfsmittelnummer vollständig drauf hat gibt man selbst dann noch der kk einen gewissen Spielraum.

Folgend kann nachgelesen werden, wie eine bedarfsgerechte Versorgung zu bekommen ist:

https://www.selbsthilfeverband-inkontin ... rezept.php

https://www.selbsthilfeverband-inkontin ... rezept.php

http://bvkm.de/wp-content/uploads/Muess ... zahlen.pdf

Folgend zusätzlich ab dem Link aus der Praxis Hinweise aus REHAkids, dass es sich hier um die Inkontinenzversorgung von Kindern handelt, ist in diesem Falle unerheblich:

https://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopi ... ln#1899294

Links zu Musterschreiben wenn es sich um einen Verhandlungsbertrag bzw. einen Ausschreibungsvertrag handelt:

http://bvkm.de/wp-content/uploads/Muste ... svertr.pdf

http://bvkm.de/wp-content/uploads/Muste ... ertrag.pdf

Zum Schluss noch ein interessantes Urteil zu dem Thema:

Wesentlich: „Aus § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB V ergibt sich ein Anspruch auf passgerechte und mängelfreie Windeln in ausreichender Stückzahl

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/es ... format=PDF
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Spastikerelias
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Re: Versorgung mit Inkontinenzhilfen

Beitrag von Spastikerelias » Dienstag 8. Mai 2018, 08:24

Hallo,

Sinales Beitrag ist super, ich bin genau nach Vorgabe des Selbsthilfeverbandes vorgegangen und hatte trotzdem 19 Monate Kampf. (Hier die TKK). Auch wenn man sich streng an die Richtlinien hält, die KK versucht sich mit allen möglichen Tricks trotzdem erstmal vor einer Kostenübernahme zu drücken. Dessen sollte man sich bewusst sein.

LG
Simon
G82.40 in starker Ausprägung, mit glatter Muskulatur, schwere Schlafstörung, chronische Schmerzen, ADHS, chronisch obstr. Bronchitis, fehlende Brustatmung, fehlende Sekretmobilisation
Träger Baclofen-/Morphinpumpe, seit 03/15, med. Cannabis 09/13 u.A.

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