Toilettentraining sinnvoll?

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ElektrixChair
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Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von ElektrixChair » Samstag 27. April 2019, 13:11

An Moderator: Falls das hier falsch sein sollte gerne verschieben.

--

Hallo,

Ich bin 20 Jahre alt, Spastiker und Rollstuhlfahrer. Bisher trage ich aufgrund der schwierigen Pflegesituation zu Hause Inkontinenzversorgung (Einlagen) obwohl eigentlich keine Inkontinenz vorliegt. Das ist ein Grund, warum ich davon weg will. Im Internat in dem ich während der Ausbildung (2015-18) gewohnt habe, hat man auf meinen Wunsch hin immer wieder mal Anläufe gestartet, was aber dann zum Ende hin aufgrund der Personalknappheit und der Aufnahme "schwererer Fälle" nicht mehr möglich war. Dennoch hat sich daraus verschiedenes ergeben: Ich hab mich inzwischen gedanklich mit der Benutzung einer Ente angefreundet, sofern diese im Bad/WC stattfinden kann. Dennoch habe ich den Eindruck, dass irgendein mentaler Block was zurückhielt, sodass ich nach ca. einer Stunde wieder musste, und dann auch gefühlt nie so viel wie "normal". Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich selbst mit der Flasche bisher Hilfe brauchte/brauchen werde=Jemand im Raum war/sein wird.

Im Oktober beziehe ich ein Appartement mit persönlicher Assistenz und will diese Problematik, nach der Zwangsunterbrechung seit der Ausbildung, wieder in Angriff nehmen. Wie würdet ihr das angehen? Hätte mir Enten bestellt und die Einlagen radikal weggelassen, aber irgendwie befürchte ich, dass das im wahrsten Sinne des Wortes schief läuft. Habe die letzten Tage etwas recherchiert. Bei Kindern/Senioren scheint das Vorhaben durch eine Konditionierung auf bestimmte Zeiten umgesetzt zu werden, was ja aber auch Nachteile mit sich bringt. Könntet ihr mir da Tipps geben?

Danke!
Beste Grüße
Thomas

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limoncello
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Re: Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von limoncello » Samstag 27. April 2019, 15:27

Das erste was ich machen würde ist eine Reha, da man dort gezielt trainieren kann. Erst wenn ich dann wüsste was geht und was nicht nach muskelaufbau würde ich mir über alles weitere Gedanken machen.

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Re: Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von ElektrixChair » Samstag 27. April 2019, 15:37

limoncello hat geschrieben:
Samstag 27. April 2019, 15:27
Das erste was ich machen würde ist eine Reha, da man dort gezielt trainieren kann. Erst wenn ich dann wüsste was geht und was nicht nach muskelaufbau würde ich mir über alles weitere Gedanken machen.

Willkommen im Forum :blow:
Darf ich fragen was das dann wäre? Nix gegen ein paar Wochen mit viel Physio oder so, aber ich kann mir gerade schlecht den Zusammenhang herstellen. Danke für deine Antwort übrigens.
Beste Grüße
Thomas

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limoncello
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Re: Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von limoncello » Samstag 27. April 2019, 15:52

Na ja das wäre ne neurologische reha wo du dann stationär ein paar wochen bist und dort hast du ja nicht nur physio sondern auch ergo usw. die machen ganz viel mehr als eigentlich zu Hause zumindest wenn dein barthel entsprechend niedrig ist.

Immer wenn ich nichtmehr alleine aufs klo komme mangels kraft beantrage ich ne reha und hinterher kann ich das dann wieder. Und dort wird man beraten was hilfsmittel angeht wenn man nicht alleine aufs klo kommt

Warst du denn schonmal in reha?

P.S der zusammenhang ergibt sich aus deiner überschrift „toilettentraining“ ;-) für mich liest sich das so als würdest du statt einlagen gern wieder auf die Toilette können ohne hilfe...statt einlagen überlegst du aber die ente zu nutzen. Und ich sag eben wieso nicht erstma ne reha um zu schauen ob das dann überhaupt noch nötig is
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Re: Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von ElektrixChair » Samstag 27. April 2019, 16:45

limoncello hat geschrieben:
Samstag 27. April 2019, 15:52
Na ja das wäre ne neurologische reha wo du dann stationär ein paar wochen bist und dort hast du ja nicht nur physio sondern auch ergo usw. die machen ganz viel mehr als eigentlich zu Hause zumindest wenn dein barthel entsprechend niedrig ist.

Immer wenn ich nichtmehr alleine aufs klo komme mangels kraft beantrage ich ne reha und hinterher kann ich das dann wieder. Und dort wird man beraten was hilfsmittel angeht wenn man nicht alleine aufs klo kommt

Warst du denn schonmal in reha?

P.S der zusammenhang ergibt sich aus deiner überschrift „toilettentraining“ ;-) für mich liest sich das so als würdest du statt einlagen gern wieder auf die Toilette können ohne hilfe...statt einlagen überlegst du aber die ente zu nutzen. Und ich sag eben wieso nicht erstma ne reha um zu schauen ob das dann überhaupt noch nötig is
Achso verstehe. Naja, ganz ohne Hilfe wird es nie gehen und ging es ja auch noch nie, da ich mich selbst nach viel Training nicht umsetzen können werde. Fürs umsetzen aufs Klo selbst zum großen Geschäft gabs ja auch nen Lifter in Ausbildung und Internat. Das hat prima funktioniert, werde es da auch so versuchen zu etablieren. Dann ergibt sich nämlich auch wieder ein gesünderer Verdauungsrhytmus. Merke nämlich schon dass es mir da diesbezüglich besser ging.
Beste Grüße
Thomas

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Re: Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von Pippi » Samstag 27. April 2019, 19:14

Mal so ganz platt und ohne große Überlegung.

Was ist mit Rutschbrett und Duschrolli zum Toilettenbesuch, diesen Rolli kann man meist über die Toilette rollen. Ich kenne diese Variante von einem Querschnittsgelähmten mit einer recht hohen Lähmung.
Viele Grüße
Pippi

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Re: Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von ElektrixChair » Sonntag 28. April 2019, 09:26

Pippi hat geschrieben:
Samstag 27. April 2019, 19:14
Mal so ganz platt und ohne große Überlegung.

Was ist mit Rutschbrett und Duschrolli zum Toilettenbesuch, diesen Rolli kann man meist über die Toilette rollen. Ich kenne diese Variante von einem Querschnittsgelähmten mit einer recht hohen Lähmung.
Danke für deine Antwort. Die Idee is nich schlecht, aber der Thread driftet etwas von meiner Frage ab. Der Transfer ist nicht wirklich das Problem wenn mir ein Lifter zur Verfügung steht (was wahrscheinlich der Fall sein wird). Will ja auch die Flasche "lernen", allein schon um auch Unterwegs diesbezüglich flexibel zu sein. Sinn der Frage war eher, wie man das am besten anstellt wenn man von Einlagen kommt. Sollte ich Tipps des Prinzips "feste Zeiten" aus dem Internet berücksichtigen die sich auf Kinder und Senioren beziehen oder kostet mich das dann an anderer Stelle wieder die gewünschte Flexibilität, weil meine Blase sich nach der Uhr richtet?
Beste Grüße
Thomas

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Re: Toilettentraining sinnvoll?

Beitrag von muggel » Sonntag 28. April 2019, 09:59

Hallo,

letztendlich musst du es ausprobieren. Es hängt ja auch stark davon ab, ob und wann du Harndrang spürst. Wenn du den vorzeitig wahrnimmst, dass du es auf alle Fälle auf die Toilette schaffst, dann richtest du dich einfach nach deinem Körper. Klappt das nicht, dann wäre es sinnvoller, regelmässig auf die Toilette zu gehen.
Das ist übrigens nichts "Seniorenmässiges", sondern wird auch bei Kindern zum Toilettentraining gemacht. Auch wird ja auch empfohlen, dass man sich alle 4-6 Stunden kathetern soll, sofern man kathetert.
Ach ja... Einlagen kann man zur Sicherheit weiterhin verwenden... spricht ja nichts gegen.

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